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Ein bisschen Geschichte

Der felsige Standort wurde seit vorgeschichtlichen Zeiten nahezu ununterbrochen bewohnt. Im Mittelalter zählten die Les Baux zu den mächtigsten Familien der Provence. Als die Provence im 12. Jahrhundert unter katalanische Herrschaft geriet, kämpfte der Herr von Les Baux um die Rückeroberung seines Lehnsgutes. Dieser Konflikt führte zu den Baussenque-Kriegen von 1144 bis 1162. 

1426 starb die letzte Erbin, Alix des Baux. In Folge zahlreicher Kriege und Belagerungen ging das Lehen durch Erbschaft an René d’Anjou über. Bei seinem Tod übernahm die französische Krone die Burg, deren Zerstörung der König aus Angst vor Rebellion 1483 befahl.

Die Renaissance war eine Blütezeit für den Ort und einige Gebäude wurden teilweise neu errichtet.

1631 fand sich die Festung erneut in Händen Aufständischer, die sich gegen die königliche Verfügung, das Parlament der Provence aufzulösen, erhoben. Richelieu entschied daraufhin, den Rebellensitz zu zerstören. Trotz heldenhafter Verteidigung wurden die Mauern abgerissen.

Durch Verlust seiner politischen und militärischen Stellung ging die Bevölkerung von Les Baux immer weiter zurück. Die Zitadelle blieb verlassen, bis sie 1821 als Fundstätte eines roten Aluminium-Erzes, des nach ihr benannten Bauxits, aus der Vergessenheit geholt wurde.

Zur Eröffnung des Restaurants „L’Oustau de Baumanière“ 1945 kamen Staatsoberhäupter, Künstler und andere berühmte Persönlichkeiten. Ihr Erscheinen stellte unter Beweis, dass Les Baux sich erneut öffentlicher Anerkennung als ein Ort mit einzigartigem Charakter erfreute.

  • Le donjon
  • Le trébuchet
  • Chapelle Saint Blaise
  • Hopital Quiqueran
  • Le moulin à vent
  • Monument à Charloun Rieu
  • Le trébuchet

Entdeckungsreise

Religiöse Überreste: Das Château steht unter dem physischen und religiösen Schutz der spätgotischen Burgkapelle im Flamboyant-Stil. Die romanische Chapelle Saint Blaise oder Blasius-Kapelle aus dem 12. Jahrhundert war einst das Gotteshaus der Wollkämmer- und Weberzunft, deren Schutzpatron der Heilige Blasius ist. 

Weltliche Überreste: Unter anderem die Windmühle aus dem Jahre 1652; die beiden Vorhöfe; das bis ins 18. Jahrhundert geführte Armen- und Krankenhaus Quiqueran; das Backhaus; die Zisterne; der Taubenschlag. 

Militärische Überreste: Der Donjon oder Bergfried ist der repräsentativste Überrest der Wehrbauten. 
Der Sarazenenturm, der die Rückkehr der gefürchteten sarazenischen Eroberer abwehren sollte,  schützte die Festung auf der Südseite und übersah den Zugang durch das Auro-Tor. Der Turm Paravelle im Nordosten der Ringmauer wachte über die Täler Vallon de la Fontaine und Val d’Enfer sowie den Pass Col de la Vayède.

Belagerungsgeräte: Das Château besitzt vier Belagerungsmaschinen, die nach mittelalterlichen Entwürfen neu nachgebaut wurden: Ein als Blide bezeichnetes Katapult mit einer Höhe von 16 m, 7 Tonnen Gewicht und einer Reichweite von 200 m; ein Couillard, eine sehr effiziente Wurfmaschine, dank ihrer Genauigkeit und der Schnelligkeit, mit der sie nachgeladen werden kann; eine Balliste aus dem 12. Jahrhundert, die in der Lage ist, ihre Geschosse im Minutentakt zu schleudern; und ein Rammbock, um Breschen in die belagerte Festung zu schlagen.